Hilfe für die Ukraine geht weiter
Generalkonsulin zu Gast in Stade:
„Ich weiß es sehr zu schätzen, dass hier im Landkreis Stade den Worten rasch Taten folgen“, sagte die Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, Dr. Iryna Tybinka, bei einem Besuch im Stader Kreishaus zu Landrat Kai Seefried. „Ich bin dankbar, dass den Menschen im Landkreis Stade das Schicksal der Ukraine nicht gleichgültig ist. Sie sind wahre Freunde.“ Die nächsten Hilfsaktionen werden bereits vorbereitet.
Im Vorfeld des vierten Jahrestages des russischen Überfalls auf die Ukraine ist die hochrangige Diplomatin nach Stade gereist, um sich beim Landrat für die mannigfaltige Hilfe für die Opfer des Krieges zu bedanken. „Sie tun unglaubliche Sachen“, sagt Dr. Tybinka. „Ihre Hilfe bedeutet uns sehr viel.“ Rund 4500 Menschen aus der Ukraine wurden seit 2022 im Landkreis Stade aufgenommen. Bereits wenige Wochen nach der Invasion startete ein erster Hilfstransport mit Rettungswagen mit medizinischem Equipment. Inzwischen bringen Einsatzkräfte aus Hilfsorganisationen und Feuerwehren regelmäßig Fahrzeuge und Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze und übergeben sie dort an ukrainische Kameradinnen und Kameraden. Im Herbst vorigen Jahres richtete der Landkreis erstmals eine Kinderfreizeit für Mädchen und Jungen aus der Provinz Mykolajiw am Schwarzen Meer aus – sie konnten in Stade ein paar Tage in Ruhe und Frieden verbringen und eine unbeschwerte Zeit erleben.

© Landkreis Stade / Daniel Beneke
„Die große Solidarität ist derzeit einmal mehr gefordert“, weiß Seefried. Mit jedem Tag des Krieges wache der Bedarf an Hilfsgütern, sagt die Konsulin. Deshalb freut sie sich, dass voraussichtlich an Christi Himmelfahrt erneut in Hilfskonvoi aus dem Landkreis Stade gen Ukraine aufbrechen wird. Einsatzleiter Wilfried Sprekels und sein Team sind bereits dabei, Spenden einzuwerben, um Einsatzfahrzeuge und Rettungsgerät für ukrainische Feuerwehreinheiten und Kliniken beschaffen zu können. Dr. Tybinka regt die Wiederholung der Kinderfreizeit an. „Wir werden versuchen, hier erneut ein Angebot machen zu können“, sagt Seefried. Die Kontakte nach Mykolajiw sollen vertieft werden, sagt der Landrat, der weiter das Ziel verfolgt, eine Partnerschaft zu einer ukrainischen Region aufzubauen – vielleicht auch nicht erst nach dem Ende des Krieges.
„Der Aggressor wird von alleine nicht stoppen“, ist Dr. Tybinka überzeugt. Russland dürfe diesen Krieg nicht gewinnen. Diktator Wladimir Putin habe die Kälte und die Dunkelheit zu seinen Komplizen gemacht. Er nutze den Winter mit Schnee und Eis und Temperaturen von bis zu minus 30 Grad aus. Doch der Kampfgeist der Ukrainerinnen und Ukrainer werde nicht gebrochen, sagt die Generalkonsulin: „Ich kann Ihnen versichern, dass das nicht gelingen wird.“ Russland wolle die Menschen zwingen, ihr Zuhause zu verlassen. Die humanitäre Lage in den Großstädten sei katastrophal. Abertausende Menschen seien tagelang ohne Heizung, Strom und Wasser. Gezielt würden Kraftwerke und Wohnhäuser attackiert, Einsatzkräfte und Reparaturtrupps von der russischen Armee ins Visier genommen. „Wir alle wollen, dass dieser Krieg beendet wird – aber auf eine Weise, die den Aggressor nicht belohnt“, betont Dr. Tybinka.
Die Technik-Trupps, die Kraftwerke und Leitungen instand setzen, aber auch die Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Klinik-Mannschaften, die seit bald fünf Jahren Übermenschliches leisten, seien Helden. Der Zusammenhalt in der ukrainischen Bevölkerung sei weiterhin groß. Die dringend nötige Umstellung der Energieversorgung auf dezentrale Systeme werde ein Kraftakt, sei aber zugleich eine Chance für die westliche Firmen. Die Generalkonsulin ist unermüdlich unterwegs, um über die Situation in der Ukraine zu informieren und die Menschen in Norddeutschland zum Helfen zu animieren. Die starke Hilfsbereitschaft im Landkreis Stade sei beispielhaft, sagt sie. „Wir kämpfen weiter“, sagt die Generalkonsulin. „Jeder Tag, an dem wir kämpfen, zeigt unsere Stärke.“
Spendenkonten
Spenden können unter dem Stichwort „Ukraine-Hilfe Landkreis Stade“ auf folgende Konten eingezahlt werden:
- DRK-Kreisverband Stade Flüchtlingshilfe gGmbH, IBAN: DE 91 2419 1015 1009 3346 00
- Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Bremen-Verden, IBAN: DE 16 3702 0500 0004 3107 18.
Quelle: Landkreis Stade
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